Diese Excel-Arbeitsmappe dient der Produktionsplanung, Arbeitsvorbereitung und Fertigungssteuerung. Sie führt für jeden Fertigungsauftrag vier Zeitanteile zusammen: Warteschlange, Rüstzeit, Prozesszeit und Transportzeit.
Aus der Gesamtdurchlaufzeit und der anlagenspezifischen Tageskapazität schätzt die Tabellenkalkulation belegte Arbeitstage und den voraussichtlichen Endtermin. Ein optionaler Bedarfstermin ermöglicht es, Abweichungen und Terminrisiken vor einer manuellen Reihenfolge- oder Kapazitätsentscheidung zu prüfen.
Was die Vorlage unterstützt
- Transparente Aufteilung der Durchlaufzeit in vier Zeitkomponenten
- Nachvollziehbare Schätzung des Endtermins je Fertigungsauftrag
- Frühe Erkennung unvollständiger Eingaben und möglicher Terminrisiken
- Übersicht über Kennzahlen und rechnerische Anlagenlasten
Inhalt der Arbeitsmappe
So beginnen Sie
Parameter prüfen
Rüstzeiten, Zykluszeiten, Transportzeiten, Tageskapazitäten und Warnschwellen im Blatt „Parameter“ fachlich prüfen und bei Bedarf anpassen.
Aufträge erfassen
Im Blatt „Aufträge“ die gelben Pflichtfelder ausfüllen. Der Bedarfstermin ist optional; Anlage, Verantwortungsrolle, Priorität und Status lassen sich über Auswahllisten festlegen.
Berechnung aktualisieren
Die Datei in Excel vollständig neu berechnen, damit Formeln, Planungsstatus, Zusammenfassung und Diagramm den aktuellen Datenstand zeigen.
Ergebnisse kontrollieren
Terminrisiken, Plausibilitätswarnungen, doppelte Auftragsnummern und Anlagenlasten prüfen. Reihenfolge oder Kapazitätszuordnung anschließend manuell festlegen.
So setzt sich die Durchlaufzeit zusammen
Die Gesamtdurchlaufzeit entsteht aus Warteschlange, Rüstzeit, Prozesszeit und Transportzeit. Während die Warteschlange je Auftrag eingegeben wird, liest die Datei Rüstzeit, Zykluszeit und Transportzeit anhand der gewählten Anlage aus dem Blatt „Parameter“.
Für die mengenabhängige Bearbeitung gilt: Prozesszeit in Stunden = Menge × Zykluszeit in Minuten je Stück ÷ 60. Erst wenn alle vier Zeitwerte numerisch vorliegen, wird ihre Summe ausgegeben.
Eingaben und Anlagenparameter sauber trennen
Das Blatt „Aufträge“ enthält die auftragsbezogenen Angaben, darunter Auftragsnummer, Artikel, Anlage, Starttermin, Menge, Status und Warteschlange. Ein Bedarfstermin kann ergänzt werden, ist aber nicht verpflichtend.
Im Blatt „Parameter“ stehen die veränderbaren Annahmen für Rüstzeit, Zykluszeit, Transportzeit und Kapazität je Anlage. Diese Werte stammen aus einem ausdrücklich fiktiven Betrieb und sind weder Normwerte noch garantierte Leistungsdaten.
Praxisfall: Auftrag auf der Montagestation
Der vorbereitete Beispielauftrag FIK-AUF-2026-001 startet am 14.09.2026 auf der Anlage FIK-M01. Für 120 Stück, 4 Stunden Warteschlange, 1,5 Stunden Rüstzeit, 4,8 Minuten Zykluszeit je Stück und 0,75 Stunden Transport ergibt sich eine Prozesszeit von 9,6 Stunden.
In Summe entstehen 15,85 Stunden Durchlaufzeit. Bei 8 Stunden Tageskapazität werden daraus zwei belegte Arbeitstage und ein Endtermin am 15.09.2026. Der Bedarfstermin liegt am 16.09.2026; die Bedingung für ein Terminrisiko ist daher in diesem Beispiel nicht erfüllt.
Endtermin und Terminrisiko interpretieren
Die Datei teilt die Gesamtdurchlaufzeit durch die Tageskapazität der Anlage und rundet auf volle Arbeitstage auf. Für einen berechenbaren Auftrag wird mindestens ein Arbeitstag angesetzt. Der Endtermin basiert auf einer Montag-bis-Freitag-Arbeitswoche; eine Feiertagsliste ist in der verifizierten Formel nicht eingebunden.
Liegt der berechnete Endtermin nach dem Bedarfstermin, weist die Statuslogik ein Terminrisiko aus. Fehlt der Bedarfstermin, kann die Datei zwar den Endtermin berechnen, aber keine Terminabweichung bewerten.
Typische Fehler und passende Lösungen
Bleiben Ergebnisse leer, fehlen häufig Pflichtangaben oder zur Anlage passende Parameterwerte. Zuerst sollten deshalb die gelben Eingabezellen und anschließend die Anlagenkennung im Parameterblatt geprüft werden.
- Unvollständiger Auftrag: fehlende Pflichtfelder ergänzen.
- Unerwarteter Endtermin: Tageskapazität, Starttermin und vollständige Neuberechnung kontrollieren.
- Plausibilitätswarnung: Durchlaufzeit, Menge und Warteschlange mit den hinterlegten Warnschwellen vergleichen.
- Doppelte Auftragsnummer: die in der Zusammenfassung gemeldeten Dubletten manuell bereinigen.
Vergleich der Zeitanteile
| Zeitanteil | Herkunft | Berechnung oder Verwendung | Planerische Aussage |
|---|---|---|---|
| Warteschlange | Manuelle Auftragseingabe | Direkter Stundenwert | Zeit vor der Bearbeitung |
| Rüstzeit | Anlagenparameter | Lookup über die Anlagenkennung | Vorbereitung der Anlage |
| Prozesszeit | Menge und Zykluszeit | Menge × Minuten je Stück ÷ 60 | Mengenabhängige Bearbeitungsdauer |
| Transportzeit | Anlagenparameter | Lookup über die Anlagenkennung | Zeit für den Transport |
| Gesamtdurchlaufzeit | Alle vier Komponenten | Summe der Stundenwerte | Basis für Arbeitstage und Endtermin |
Was die Excel-Datei unterstützt und was nicht
Die Zusammenfassung zeigt unter anderem erfasste und vollständig planbare Aufträge, Terminrisiken, durchschnittliche und maximale Durchlaufzeit, Gesamtbedarf, belegte Arbeitstage sowie doppelte Auftragsnummern. Zusätzlich werden Laststunden und rechnerische Anlagentage je Anlage verdichtet.
Die Arbeitsmappe unterstützt die Kontrolle vor einer Planungsentscheidung, optimiert jedoch keine Auftragsreihenfolge und weist Kapazitäten nicht automatisch neu zu. Solche Entscheidungen bleiben bei Produktionsplanung und Fertigungssteuerung und müssen nach Änderungen erneut geprüft werden.
Häufige Fragen
Wie berechnet Excel die Durchlaufzeit eines Fertigungsauftrags?
Excel addiert Warteschlange, Rüstzeit, Prozesszeit und Transportzeit. Die Prozesszeit ergibt sich aus Menge mal Zykluszeit in Minuten je Stück geteilt durch 60.
Wie entsteht der voraussichtliche Endtermin?
Die Datei teilt die Gesamtdurchlaufzeit durch die anlagenspezifische Tageskapazität und rundet auf volle Arbeitstage auf. Aus dem Starttermin und diesen Arbeitstagen wird der Endtermin innerhalb einer Montag-bis-Freitag-Arbeitswoche berechnet.
Berücksichtigt die Arbeitsmappe Feiertage?
Nein. Die verifizierte Endterminformel überspringt reguläre Wochenenden, verwendet aber keine hinterlegte Feiertagsliste.
Wann meldet die Datei ein Terminrisiko?
Ein Terminrisiko wird ausgewiesen, wenn ein Bedarfstermin vorhanden ist und der berechnete Endtermin nach diesem Datum liegt. Ohne Bedarfstermin ist keine entsprechende Abweichungsbewertung möglich.
Optimiert die Excel-Datei die Auftragsreihenfolge automatisch?
Nein. Sie stellt Durchlaufzeiten, Endtermine, Statusangaben und Anlagenlasten bereit. Die Reihenfolge und eine geänderte Kapazitätszuordnung müssen außerhalb der Berechnungslogik manuell entschieden werden.






