Die Excel-Datei zur Rüstzeitanalyse nach SMED unterstützt Produktionsplanung, Rüstteam-Leitung und KVP dabei, einzelne Tätigkeiten eines Formatwechsels strukturiert zu untersuchen. Die Tabellenkalkulation trennt interne und externe Aktivitäten, vergleicht Ist- und Sollzeiten und zeigt das rechnerische Verbesserungspotenzial.
Grundlage sind manuell erfasste Zeitaufnahmen aus der Produktion oder Fertigung. Die Arbeitsmappe übernimmt keine Daten aus Anlagen, ERP- oder MES-Systemen. Sie dient nach einer abgeschlossenen Beobachtung dazu, Verlagerungen zu prüfen und Anlagen beziehungsweise Maßnahmengruppen für die weitere SMED-Arbeit zu priorisieren.
Was die Vorlage unterstützt
- Trennt interne und externe Rüstaktivitäten nachvollziehbar
- Vergleicht interne Ist- und Sollzeiten in Minuten
- Zeigt Potenzial und relative Verbesserung je Aktivität
- Unterstützt die Priorisierung nach Anlage und Schwellenwerten
Inhalt der Arbeitsmappe
So beginnen Sie
Rüstvorgang erfassen
Lege für jede beobachtete Tätigkeit eine Zeile an und trage Datensatz-ID, Rüstvorgang-ID, Datum, Anlage, Formatwechsel und Aktivität ein.
Ist-Zustand dokumentieren
Ordne die Tätigkeit als intern oder extern ein und erfasse die gemessene Ist-Dauer in Minuten sowie Verantwortungsrolle, Status und Bemerkung.
Soll-Zustand festlegen
Bestimme die geplante Soll-Art und Soll-Dauer. Prüfe fachlich, ob eine interne Tätigkeit tatsächlich außerhalb des Anlagenstillstands vorbereitet oder nachbereitet werden kann.
Ergebnisse kontrollieren
Bearbeite Hinweise der Prüfhilfe und kontrolliere anschließend in der Zusammenfassung Potenzial, Verbesserung, verlagerte Zeit und die Einstufung nach Anlage.
Aufbau der SMED-Arbeitsmappe
Die Excel-Arbeitsmappe besteht aus den Blättern „Zusammenfassung“, „Aktivitäten“ und „Anleitung“. Im Blatt „Aktivitäten“ stehen 100 vorbereitete Eingabezeilen von Zeile 8 bis 107 zur Verfügung. Die „Zusammenfassung“ verdichtet die Einträge zu Kennzahlen und einer anlagenbezogenen Auswertung. Die „Anleitung“ erläutert Parameter, Datentypen, Einheiten, Pflichtfelder und manuelle Kontrollen.
Interne und externe Aktivitäten erfassen
Jede Tätigkeit erhält eine Ist-Art und eine Soll-Art mit den Auswahlwerten „Intern“ oder „Extern“. Intern bedeutet in der Berechnungslogik, dass die Dauer zur Stillstandszeit zählt. Wird eine im Ist-Zustand interne Tätigkeit im Soll-Zustand extern, weist die Datei ihre bisherige Ist-Dauer als extern verlagerte Zeit aus.
Zusätzlich werden Ist- und Soll-Dauer in Minuten, Verantwortungsrolle, Bearbeitungsstatus und eine Bemerkung erfasst. Für Datum, Anlage, Art, Dauer, Rolle und Status sind Eingabeprüfungen hinterlegt.
Kennzahlen und Priorisierung verstehen
Die Datei berechnet je Aktivität die interne Istzeit, die interne Sollzeit, das Potenzial als Differenz sowie die relative Verbesserung. In der Zusammenfassung werden die Werte über die erfassten Aktivitäten addiert und für die vier vorbelegten Anlagen separat ausgewertet.
Die voreingestellten Schwellen liegen bei 15 Minuten Mindestpotenzial und 25 Prozent Mindestverbesserung. Nur wenn beide Schwellen erreicht werden, schlägt die Gesamtbewertung eine Priorisierung von SMED-Maßnahmen vor beziehungsweise stuft eine Anlage als „Priorität“ ein. Die Werte können im Blatt „Anleitung“ verändert werden.
Praxisfall: Formatwechsel an der Abfülllinie
Im fiktiven Werk Morgenhain wird an der Abfülllinie F-17 ein Wechsel von einer 0,50-Liter- auf eine 0,75-Liter-Flasche betrachtet. Für die interne Aktivität „Produktion stoppen und Übergabe sichern“ sind sechs Minuten im Ist-Zustand und vier Minuten im internen Soll-Zustand eingetragen.
Daraus ergeben sich für diese Aktivität 2 Minuten Potenzial und rund 33,3 Prozent Verbesserung. Da die Tätigkeit intern bleibt, entsteht daraus keine extern verlagerte Zeit. Die einzelne Zeile reicht nicht für eine Anlagenpriorität; dafür wertet die Zusammenfassung die erfassten Aktivitäten der Anlage gemeinsam aus.
Typische Fehler und passende Lösungen
- Pflichtangabe fehlt: Ergänze die fehlenden Werte von Datensatz-ID bis Status und kontrolliere die Zeitaufnahme.
- Zieldauer höher: Prüfe, ob die Soll-Dauer versehentlich falsch eingetragen wurde oder fachlich begründet über der Ist-Dauer liegt.
- Rückverlagerung prüfen: Kläre, warum eine bisher externe Tätigkeit im Soll-Zustand intern und damit stillstandsrelevant werden soll.
- Duplikat: Vergleiche wiederholte Datensatz-IDs und entscheide, ob es sich um eine doppelte Erfassung oder einen zu korrigierenden Schlüssel handelt.
Warnungen ersetzen keine fachliche Freigabe. Besonders die Machbarkeit einer Verlagerung muss mit Produktion, Rüstteam und den beteiligten Rollen abgestimmt werden.
Semantischer Vergleich von Ist- und Soll-Zustand
| Merkmal | Ist-Zustand | Soll-Zustand |
|---|---|---|
| Zweck | Dokumentiert die beobachtete Rüstsituation | Beschreibt den geplanten verbesserten Ablauf |
| Art | Ordnet die Tätigkeit als intern oder extern ein | Legt die angestrebte Zuordnung als intern oder extern fest |
| Dauer | Enthält die manuell gemessene Zeit in Minuten | Enthält die geplante Zieldauer in Minuten |
| Auswertung | Bildet die Ausgangsbasis der internen Stillstandszeit | Ermöglicht die Berechnung von Potenzial und Verbesserung |
Datenqualität und Grenzen der Auswertung
Die Prüflogik weist auf fehlende Pflichtangaben, höhere Zieldauern und mögliche Rückverlagerungen hin. Datumswerte sind für den Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2027 vorgesehen; für Ist- und Soll-Dauern gilt ein Eingabebereich von 0 bis 480 Minuten.
Vor einer Entscheidung sind Duplikate, Zeitmessungen, Ist-/Soll-Zuordnungen und die betriebliche Umsetzbarkeit jeder Maßnahme manuell zu prüfen. Die Arbeitsmappe enthält keine automatische Datenerfassung und trifft keine Norm-, Freigabe- oder Konformitätsaussage.
Häufige Fragen
Was wertet die Rüstzeitanalyse mit Excel aus?
Sie wertet manuell erfasste Rüstaktivitäten aus und berechnet interne Ist- und Sollzeiten, Potenzial, extern verlagerte Zeitanteile und die relative Verbesserung.
Wie werden interne und externe Tätigkeiten unterschieden?
Für jede Aktivität werden Ist-Art und Soll-Art mit den Auswahlwerten „Intern“ oder „Extern“ festgelegt. Wechselt eine Tätigkeit von intern im Ist-Zustand zu extern im Soll-Zustand, wird ihre Ist-Dauer als extern verlagerte Zeit ausgewiesen.
Werden Maschinendaten automatisch übernommen?
Nein. Die Arbeitsmappe basiert auf manueller Beobachtung und Zeitmessung. Eine automatische Übernahme aus Anlagen, ERP- oder MES-Systemen ist nicht enthalten.
Kann ich die Schwellenwerte für die Priorisierung ändern?
Ja. Im Blatt „Anleitung“ lassen sich das Mindestpotenzial in Minuten und die Mindestverbesserung als Prozentwert anpassen. Voreingestellt sind 15 Minuten und 25 Prozent.
Welche Warnungen gibt die Prüfhilfe aus?
Die Prüfhilfe meldet fehlende Pflichtangaben, eine Soll-Dauer oberhalb der Ist-Dauer und eine geplante Rückverlagerung von extern nach intern. Solche Hinweise müssen fachlich geprüft werden.






