Diese Excel-Arbeitsmappe dient in Produktion und Fertigung dazu, den Bestand unfertiger Erzeugnisse nach Stichtag, Auftrag und Arbeitsgang zu erfassen und ihrem physischen Standort beziehungsweise einer Anlage zuzuordnen. Sie unterstützt Produktionssteuerung und Fertigungscontrolling bei der manuellen Bestandsaufnahme und der anschließenden operativen Klärung.
Aus Sollmenge, Fertigmenge, Ausschuss und manuellen Kostenannahmen berechnet die Tabellenkalkulation Restmenge, geschätzten WIP-Wert und Liegetage. Eine Zusammenfassung zeigt offene Positionen, Schwellenüberschreitungen, Prüffälle und die Verteilung des WIP-Werts nach Anlage. Die Datei bucht keine Bestände und besitzt keine ERP- oder MES-Anbindung.
Was die Vorlage unterstützt
- Unfertige Bestände nach Auftrag und Arbeitsgang nachvollziehbar lokalisieren
- Restmengen und geschätzte WIP-Werte einheitlich berechnen
- Wertintensive oder lange liegende Positionen gezielt priorisieren
- Fehlende, doppelte oder mengenmäßig unplausible Angaben schneller erkennen
Inhalt der Arbeitsmappe
So beginnen Sie
Stichtag und Schwellen festlegen
Trage im Blatt „Parameter“ den Auswertungsstichtag ein und prüfe die Warnschwellen für Liegetage und Einzelwert. Änderungen sollten fachlich abgestimmt sein.
WIP-Positionen erfassen
Pflege im Blatt „WIP-Bestand“ die gelb markierten Eingabefelder. Benötigt werden unter anderem Auftrag, Artikel, Anlage, Arbeitsgang, Startdatum, Mengen, Kostenannahmen und Status.
Berechnungen und Hinweise prüfen
Lasse die Datei in Excel neu berechnen und kontrolliere die Prüfhinweise. Ergänze fehlende Pflichtangaben und kläre doppelte oder mengenmäßig unplausible Positionen.
Maßnahmen priorisieren
Nutze die Zusammenfassung, um Positionen mit hohem WIP-Wert, langer Liegezeit oder Prüfbedarf zuerst nachzuzählen, freizugeben, umzulagern oder weiterbearbeiten zu lassen.
WIP-Bestand nach Auftrag und Arbeitsgang strukturieren
Das Blatt „WIP-Bestand“ bietet 100 vorbereitete Datenzeilen. Jede Position kann einem Stichtag, Auftrag, Artikel, einer Anlage, einem Arbeitsgang und einem Verantwortungsbereich zugeordnet werden. Ergänzend werden Startdatum, Sollmenge, Fertigmenge, Ausschuss, Kostenannahmen, Status und eine optionale Bemerkung erfasst.
Auswahllisten begrenzen die Eingaben für Anlage, Arbeitsgang, Verantwortungsbereich und Status auf die im Blatt „Parameter“ gepflegten Werte. Datums-, Mengen- und Kostenfelder besitzen zusätzliche Eingabeprüfungen.
Restmenge und Wert unfertiger Erzeugnisse berechnen
Die Restmenge entsteht aus Sollmenge abzüglich Fertigmenge und Ausschuss. Sind die dafür notwendigen Angaben nicht vollständig, bleibt das berechnete Feld leer.
Der Wert unfertig wird aus der Restmenge multipliziert mit der Summe aus Materialwert und Bearbeitungskosten je Einheit geschätzt. Das Ergebnis beruht damit auf den manuell eingetragenen Kostenannahmen und ist keine automatische oder rechtlich verbindliche Bestandsbewertung.
Liegezeiten und Wertschwellen überwachen
Für Positionen mit positiver Restmenge berechnet die Datei die Liegetage aus der Differenz zwischen Stichtag und Startdatum, mindestens jedoch null Tage. Die Warnschwelle für die Liegezeit und die Schwelle für den Einzelwert werden zentral im Blatt „Parameter“ gepflegt.
Die Zusammenfassung zählt Positionen, die diese Schwellen einschließlich des Grenzwerts erreichen. Dadurch lassen sich ältere oder wertintensive WIP-Positionen für eine nähere Prüfung auswählen.
Praxisfall: Eine offene Position fachlich einordnen
Eine fiktive Beispielposition weist am 9. September 2026 eine Sollmenge von 120 Stück, eine Fertigmenge von 40 Stück und 2 Stück Ausschuss aus. Daraus ergeben sich 78 Stück Restmenge. Bei 45 Euro Materialwert und 12 Euro Bearbeitungskosten je Einheit beträgt der geschätzte WIP-Wert 4.446 Euro.
Da das Startdatum auf den 6. September 2026 fällt, ergeben sich drei Liegetage. Die Position überschreitet damit weder die hinterlegte Liegezeitschwelle von 14 Tagen noch die Einzelwertschwelle von 25.000 Euro. Mengen, Standort und Kostenannahmen sind dennoch anhand der Fertigungsunterlagen und der Zählung vor Ort zu bestätigen.
Typische Fehler und passende Lösungen
Fehlende Pflichtangaben werden gelöst, indem Stichtag, Auftrag, Artikel, Anlage, Arbeitsgang, Mengen, Kostenannahmen und Status vollständig geprüft und ergänzt werden. Bei einem doppelten Schlüssel ist die Kombination aus Stichtag, Auftrag und Arbeitsgang zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren oder zusammenzuführen.
Negative oder mengenmäßig unplausible Werte sollten mit Zählbelegen und Fertigungsunterlagen abgeglichen werden. Bleibt die Zusammenfassung nach einer Änderung unverändert, ist die Arbeitsmappe in Excel neu zu berechnen. Prüfhinweise unterstützen die Kontrolle, ersetzen aber keine physische Bestandsaufnahme.
Restmenge, WIP-Wert und Liegetage im Vergleich
Die drei Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen und sollten nicht gleichgesetzt werden.
| Kennzahl | Bedeutung | Berechnung | Operativer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Restmenge | Noch nicht fertiggestellte und nicht als Ausschuss erfasste Stückzahl | Sollmenge minus Fertigmenge minus Ausschuss | Umfang der offenen Menge beurteilen |
| WIP-Wert | Geschätzter Wert der offenen Restmenge | Restmenge mal Materialwert und Bearbeitungskosten je Einheit | Wertintensive Positionen priorisieren |
| Liegetage | Zeitspanne zwischen Startdatum und Stichtag bei positiver Restmenge | Stichtag minus Startdatum, mindestens null | Länger liegende Positionen erkennen |
Zusammenfassung nutzen und Grenzen beachten
Das Blatt „Zusammenfassung“ zeigt zum ausgewählten Stichtag offene WIP-Positionen, gesamte Restmenge, geschätzten WIP-Wert, Schwellenfälle und Prüffälle. Zusätzlich werden die WIP-Werte nach den sechs hinterlegten Anlagen summiert und in einem Diagramm dargestellt.
Die Arbeitsmappe verarbeitet manuell gepflegte Stichtagsdaten und Kostenannahmen. Sie führt keine Bestandsbuchung aus, synchronisiert keine Daten mit ERP- oder MES-Systemen und liefert keine amtliche oder rechtlich verbindliche Bewertung. Entscheidungen sind deshalb durch eine fachliche und physische Kontrolle abzusichern.
Häufige Fragen
Wie berechnet Excel den Bestand unfertiger Erzeugnisse?
Die Datei berechnet zunächst die Restmenge aus Sollmenge minus Fertigmenge minus Ausschuss. Der geschätzte WIP-Wert ergibt sich anschließend aus der Restmenge multipliziert mit der Summe aus Materialwert und Bearbeitungskosten je Einheit.
Welche Angaben müssen für eine WIP-Position erfasst werden?
Erfasst werden Stichtag, Auftrag, Artikelnummer, Artikelbezeichnung, Anlage, Arbeitsgang, Verantwortungsbereich, Startdatum, Sollmenge, Fertigmenge, Ausschuss, Materialwert, Bearbeitungskosten und Status. Eine Bemerkung kann optional ergänzt werden.
Wie werden lange liegende oder wertintensive Positionen erkannt?
Im Blatt „Parameter“ lassen sich Schwellen für Liegetage und Einzelwert festlegen. Die Zusammenfassung zählt offene Positionen, welche die jeweilige Schwelle erreichen oder überschreiten.
Welche Fehler kennzeichnet die Arbeitsmappe?
Die Prüfspalte kennzeichnet unter anderem fehlende Pflichtangaben, doppelte Schlüssel und mengenmäßig unplausible Positionen. Die Hinweise müssen anhand der Fertigungsunterlagen und der physischen Bestandsaufnahme geprüft werden.
Ist die Excel-Datei mit ERP- oder MES-Systemen verbunden?
Nein. Die Arbeitsmappe verwendet manuell gepflegte Daten und besitzt keine ERP- oder MES-Anbindung. Sie nimmt auch keine automatische Bestandsbuchung vor und stellt keine rechtlich verbindliche Bewertung bereit.






